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Therapie der BPH

Operativer Eingriff

Bei den operativen Verfahren stehen dem Arzt mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, wobei die häufigste die TURP (transurethrale Prostata-Resektion) ist. Die Operation wird in der Regel in Rückenmarksanästhesie durchgeführt, kann aber auch in Vollnarkose erfolgen. Inzwischen ist die perioperative antibiotische Infektionsprophylaxe Standard. Die perioperative Mortalität wird mit zirka 1-2% angegeben. Dieser Eingriff bedingt einen etwa einwöchigen Spitalaufenthalt.

Die Risiken dieser Operationstechnik teilt man ein in frühe und späte Komplikationen ein. Bei den frühen Komplikationen beobachtet man Nachblutungen, Nebenhodenentzündung (Epididymitis) und Lungenembolien. Die Spätkomplikationen sind Harninkontinenz (aufgrund der fehlenden Prostata), Verwachsungen (Strikturen) der Harnröhre oder chronische Harnwegsinfekte.

Das TUR-Syndrom ist eine schwerwiegende Komplikation. Im Zusammenhang mit der TURP Operation kann ein TUR-Syndrom entstehen: Das ist dann der Fall, wenn die Spülflüssigkeit über eröffnete Gefäße in den Blutkreislauf gelangt. Dadurch kommt es zu einer Veränderung der Elektrolytsituation und zu einer Belastung des Kreislaufs. Das kann zu einem Schock oder zu einem Lungenödem führen.

Betroffene können auch weiterhin eine Erektion und einen Orgasmus haben. Sehr oft kommt es nach der TURP zu einer sogenannten retrograden (rückwärtigen) Ejakulation. Die Libido, Erektion und Orgasmusfähigkeit bleiben erhalten. Etwa 10 Prozent der Operierten benötigen nach Jahren eine Nachresektion.

Andere operative Therapien

Neben dem "operativen Messer" besteht der Holmium-Laser als operative Alternative. Bei diesem Verfahren ermöglicht der Lichtstrahl ein recht exaktes und fast blutungsfreies Schneiden, oder genauer: Ein Verdampfen (Vaporisation) des Gewebes. Die resezierten Prostatateile werden zerkleinert und abgesaugt. Der Nachteil des Verfahrens liegt in den hohen Kosten des Gerätes und in der notwendigen Narkose. Zudem ist die Therapie für den Arzt und den Patienten je nach Grösse der Prostata zeitaufwändig.

Bei der Inzision der Prostata (TUIP) wird der Blasenhals und die Prostata durch die Harnröhre unter Sicht eingeschnitten, eventuell unter Entfernung des störenden BPH-Gewebes. Die TUIP ist bei Blasenhalsstarre und kleiner Prostata ein mögliches Verfahren, das aber den nachteil hat, dass das Risiko des Nachwachsens von BPH-Gewebe gross ist.

Bei der Prostatektomie (Adenomenukleation (AE) werden Teile oder die ganze Prostata in Narkose durch einen offenen Zugang durch die Bauchdecke entfernt. Das Verfahren ist für die Behandlung von BPH veraltet, ausser im Falle von sehr grossen Prostatae. Aber auch in diesem Fall bietet sich heute eher die TUMT Mikrowellentherapie als neue Therapieform an.

Eine absolute Operationsindikation ist gegeben bei:

  • rezidivierenden Harnverhalten
  • rezidivierenden prostatogenen Makrohämaturie-Episoden
  • prostatogener Hydronephrose/Niereninsuffizienz
  • Blasensteinen
  • rezidivierenden Blaseninfekten und/oder grossen Blasendivertikeln (Blöchlinger et al 2001).

Neben den operativen Verfahren setzen sich heutzutage mehr und mehr die minimalinvasiven alternativen Verfahren durch. Insbesondere die HE-TUMT (hochenergetische Mikrowellentherapie) entwickelt sich zu einem neuen Standard für die ambulante oder kurzstationäre Behandlung von BPH ohne Narkose.

>> Die Mikrowellentherapie